SV Niederau II vs. SSV Lommatzsch 34:33 n.V. (15:16/28:28)

Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit und die 2. Mannschaft des SV Niederau empfing in Bestbesetzung die Gäste vom SSV Lommatzsch zum lang erwarteten Halbfinale im Regionspokal Sachsen-Mitte. Ein Spiel, das es rückblickend so richtig in sich hatte und mit fast allem aufwarten konnte, was ein Handballspiel zu bieten haben kann. Zuletzt konnte der SV Niederau, genauer die 1. Männermannschaft, in der Saison 2005/2006 den Bezirks- bzw. Regionspokal gewinnen. Bereits in der Vorwoche zum Halbfinalspiel war die Vorfreude bei Spielern, Fans sowie Angehörigen im Handball verrückten Niederau mehr als spürbar und selbst die 3 vom Pokalgewinn aus 2006 noch verbliebenen Routiniers konnten vor dem Spiel ein kleines Herzbubbern und eine gewisse Vorfreude nicht leugnen! So gingen die beiden Mannschaften pünktlich und vor heimischer Kulisse in einer mit ca. 300 Zuschauern auch außergewöhnlich gut gefüllten BSZ-Sporthalle mit bombastischer Fanunterstützung in die Partie, die von den Schiedsrichtern Niesen/Hartmann vom Radebeuler HV geleitet und Benjamin Wolf (techn. Direktor/HVS) begleitet wurde.


Zu Beginn des Spiels war den Gastgebern die Anspannung jedoch anzumerken, denn sie hatten sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ungewohnte Probleme so richtig gut ins Spiel zu finden. Die Gäste aus Lommatzsch agierten zunächst konzentrierter sowie stärker im Abschluss und konnten sich so bis zur 13. Spielminute sukzessive auf ein 5:9, begleitet durch 2 Zeitstrafen gegen Niederau, absetzen. Der ein oder andere glaubte hier vielleicht schon, dass das eine klare Angelegenheit für Lommatzsch werden würde! Doch dann bekamen die Niederauer den Angriff der Gäste zusehends besser in den Griff und konnten über sehenswerte Abschlüsse aus dem Rückraum und über die Links-Außen zunächst ausgleichen und anschließend erstmals mit 10:9 in Führung gehen. Na hoi, was ist denn da los!? – Wird wohl jetzt bei einigen durch den Kopf gegangen sein! Die erste kleine Überraschung war vollbracht. Wer jedoch nun dachte, dass sich Lommatzsch so einfach geschlagen gibt, musste sich eines Besseren belehren lassen. Beide Mannschaften schenkten sich bis zum Halbzeitpfiff nämlich nichts und legten Stück für Stück ein paar Tore nach, sodass man sich nach einer kampfbetonten Spielphase beim Stand von 15:16 in die Kabinen zur Halbzeitpause und Mannschaftsbesprechung begeben konnte.

Zumindest in der Niederauer Kabine gab es keine hängenden Köpfe, denn man merkte, dass in diesem Spiel auf jeden Fall noch alles drin war. Man wurde sogar beim erneuten Einlaufen in die Halle vom jüngsten Nachwuchs zum Abklatschen willkommen geheißen – eine liebevolle Geste von unseren Kleinsten und auch etwas Besonderes, was man als Handballspieler im Amateurbereich eher selten erlebt!
Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gestaltete sich bei beiden Teams nun spürbar etwas härter und die Zuschauer merkten spätestens jetzt das Adrenalin in den Adern, denn die Spannung stieg und da man sich auf dem Spielfeld einen sehenswerten Wettkampf lieferte. Nach einem ausgegelichenen Stand von 18:18 in der 40. Minute konnte sich dann aber Niederau zunächst mit zwei Toren absetzen, ehe Lommatzsch seinerseits wieder eine knappe Führung erspielte, die Niederau wiederum ausgleichen konnte. In der 52. Minute stand es jetzt 24:24 und nun konnte der begeisterungsfähige Zuschauer durchaus einen Geräuschpegel und eine Stimmung in der BSZ-Sporthalle wahrnehmen, die im Handball auf Bezirks- bzw. Regionsebene seines gleichen sucht! Den Gäste- und Heimfans sei Dank! Ihr wart am Sonntag einfach Spitze! In den folgenden Spielminuten spielte Niederau jedoch in Unterzahl und Lommatzsch zeigte eine starke kämpferische Leistung, konnte kurz vor Schluss mit zwei Toren in Führung gehen und so standen die Niederauer Jungs ab der 57. Minute beim Stand von 26:28 massiv unter Zugzwang. Das Spiel stand schon wieder auf der Kippe zur Entscheidung und so manches Auge wird hier vielleicht schon das ein oder andere Tränchen gesehen haben, könnte man denken! Die Lommatzscher verpassten es jedoch mit einem weiteren Tor den Sack zu zumachen und man konnte durch zwei weitere Tore 8 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit auf 28:28 stellen. In den verbliebenen Sekunden sollte den Gästen auch kein weiteres Tor gelingen, sodass alle Beteiligten sich, durch frenetischen Jubel auf Niederauer Seite begleitet, auf eine Verlängerung freuen durften! Aja – Wer hätte das gedacht!? Die Stimmung in der Halle war jetzt gespannt wie ein Drahtseil und die Atmosphäre bekam echten Volksfestcharakter. Alle Beteiligten waren jetzt natürlich heiß auf das was jetzt noch kommen sollte!


Niederau hatte in der 1. Halbzeit der Verlängerung zunächst den besseren Start und man wechselte beim Stand von 32:30 für Niederau die Seiten. Wer jetzt aber dachte, dass die Messe hier gelesen ist, sollte sich gehörig irren. Denn die Niederauer sahen sich in den letzten 5 Minuten des Spiels mit drei 2min-Zeitstrafen konfrontiert, wodurch die Lommatzscher Jungs diese Überzahlsituation(en) und das resultierende Momentum, aufgrund von sicherlich auch schwindenden Kräften, einem in den entscheidenden Situationen sehr stark parierenden Emil im Tor, einer fantastischen Unterstützung von den Rängen und natürlich auch dem Quentchen Glück auf Niederauer Seite durch einen Abpraller sowie dem daraus resultierenden Siegtor, jedoch nicht mehr nutzen konnten. Da keine der beiden Mannschaften in den letzten 2 Minuten es vermochte noch einmal einzunetzen, hieß der Sieger mit der entscheidenden Nasenlänge vorn: SV Niederau – Der Verein den wir lieben! Und an diesem Tag natürlich mehr denn Je!


Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass man sich dank einer sehr starken, wenn auch nicht perfekten Vorstellung, verdient und glücklich gegen einen respektabel auftretenden SSV Lommatzsch durchgesetzt hat. Die Mannschaft steht nun im Finale des Regionspokals, welches am 9. Mai 2026 um 18:30 Uhr in der Nassauhalle Weinböhla gegen die SG Kurort Hartha stattfindet.


Für den SV Niederau spielten: Patrick und Emil im Tor, Albrecht 2, Peter 5, Eggi, Marcel 2, Schubi 2, Mattel, Elmar 7, Marcus, Robert, Slawek 3, Johannes 1, Hofi 8 (4/4), Christoph 1
Trainer: Robert Zinnecker, Physiotherapeutin: Lilli, Offizieller: Stapsi