SV Niederau - SSV Stahl Rietschen 33:29 (17:15)

Nach gefühlt endloser Vorbereitung, schweißtreibenden Einheiten und intensiven Testspielen war es endlich so weit: Das erste Punktspiel der neuen Verbandsliga-Saison stand vor der Tür! Zu Gast in der heimischen Halle am BSZ Meißen war kein Geringerer als der altbekannte Dauerrivale Stahl Rietschen. Ein Duell auf Augenhöhe, bei dem die Devise der letzten Jahre galt: Zuhause haben wir die Jungs aus der Lausitz meist im Griff, auswärts tischen sie uns gern mal 'ne Niederlage auf. Mit voller Kapelle und hochmotiviert ging es also in die Partie.

Niederau zündete von Beginn an den Turbo! Im Angriff wurden die Lücken in der gegnerischen Abwehr schneller gefunden als der Weg zum nächsten Kaltgetränk. Ein blendend aufgelegter Rückraum um Justus Ilschner und Florian Geisler schaffte mit knackigen Langkreuzungen immer wieder Platz – Tore am Fließband waren die Folge. Binnen vier Minuten hieß es bereits 5:1 und spätestens beim 10:4 (15. Minute) zogen die Gäste verunsichert die Reißleine in Form einer Auszeit.
Die Abwehr stand bis dahin wie eine grün-gelbe Mauer und Kevin Hein vernagelte im Tor souverän seinen Kasten. Eigentlich ein Spiel zum Genießen – wäre da nicht diese typische Niederauer Gemütlichkeit, die sich schleichend einschlich. Im Angriff häuften sich die Fehler und Rietschen stellte schlau auf den 7. Feldspieler um. Plötzlich brannte der Hut und die Gäste robbten sich Tor um Tor heran – über 13:10 bis zum bedrohlichen 14:13.
Doch der SVN besann sich noch vor dem Halbzeittee auf seine Stärken: Justus Ilschner zog aus der Fernwurf-Zone ab (starke 10 Gesamttore!) und Kevin Hein kratzte hinten die entscheidenden Bälle raus. Mit einer knappen 17:15-Führung ging es in die Kabine. Fazit zur Halbzeit: Angriff hui, Abwehr ab und zu im Tiefschlaf.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schüttelte Niederau den Schlaf endgültig ab. Robert Ritter drehte auf Halblinks mächtig auf, tankte sich immer wieder durch (6 Tore) und auch Florian Geisler blieb von der Siebenmeterlinie eiskalt (6 Tore). Der Vorsprung wuchs wieder kontinuierlich an: Über ein 24:18 (38.), 29:21 (47.) bis hin zum beruhigenden 32:24 in der 53. Minute. Ein herrlicher 8-Tore-Vorsprung!
Eigentlich hätte man nun entspannt die Uhr herunterspielen können. Eigentlich. Doch was wäre ein Niederauer Handballspiel ohne den extra Puls-Kick für die ca. 400 Zuschauer? In den letzten fünf Minuten stellte der SVN im Gefühl des sicheren Sieges das Handballspielen weitgehend ein. Rietschen nutzte die Unaufmerksamkeiten eiskalt für Ergebniskosmetik und legte noch eine kleine Aufholjagd hin.

Doch der absolute Höhepunkt der Partie gebührte der letzten Spielminute: Michael Kirste, der nach unglaublichen 13 Jahren in der 1. Männermannschaft seinen wohlverdienten Abschied feierte, wurde noch einmal aufs Parkett geschickt. Und wie es sich für ein Drehbuch gehört, netzte "Michi" bei 59:40 Minuten eiskalt zum 33:29-Endstand ein! Die Halle stand Kopf!
Am Ende steht ein absolut verdienter und weitgehend souveräner Auftaktsieg zu Buche. Trotz kleiner Wackler in der Abwehr überzeugten die Niederauer Jungs mit hoher Zielgenauigkeit im Abschluss.


Nach dem Abpfiff wurde Michi Kirste von der Mannschaft und den begeistert feiernden Fans gebührend verabschiedet. Danach ging es mit zwei Punkten im Gepäck direkt weiter in die Kabine – und für einige ganz Eilige nahtlos zum Weinböhlaer Weinfest, wo man bei dem ein oder anderen Kaltgetränk gebührend auf den gelungenen Saisonstart anstieß!


Für den SVN Niederau spielten:
Kevin Hein (TW), Florian Wunder (hatte noch Stress mit dem Spielbericht); Clemens Fetzer (1 - treffsicher wie bei CallofDuty im Angelkeller), Michael Kirste (1 - DANKE!), Georg Arnold (3 - wirft jetzt nur noch von der Mittellinie aufs Tor), Patrick Fetzer (wartet noch auf den Pass nach rechts Außen), Justus Emil Ilschner (10 - hat solche Carbon-Einlagen für die Schuhe, damit er noch höher springen kann), Lucas Blanck (3 - Rennt Konter mitlerweile in Zeitlupe), Florian Geisler (6/3 - lag nach den Kreuzungen mehr auf dem Boden, als in der Luft), Leon Jordan (2 - zum Ballfangen immer mit den Händen ein Dreieck bilden!), Maximilian Gröger (Lässt die halbe Halle erstmal mit Wasser putzen), Max Wustlich (lässt das mit den langen Pässen lieber), Niklas Ilschner (1) und Theo Schrader (bringen sich für nächste Woche Mal- und Bastelsachen für die Bank mit), Hans Schuster (hat der überhaupt gespielt?), Robert Ritter (6/2 - hat sich von Rini noch mal zeigen lassen, wie man beim Gegner den Kopf rasiert)