SV Niederau vs. HSV Dresden II 22:21 (9:9)
Nach der bitteren Niederlage in der Vorwoche beim Radeberger SV war beim SV Niederau Wiedergutmachung angesagt. Zu Gast in der Heimspielstätte in Meißen war die junge Zweitvertretung des HSV Dresden – der Tabellen-Vorletzte, der allerdings alles andere als ein einfacher Gegner sein sollte. Das Ziel war klar: Mit Einstellung, Motivation und Kampfgeist sollten die Punkte in Niederau bleiben.
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie, die eher etwas für Liebhaber von Abwehrarbeit als für Freunde von Torfestivals war. Niederau stand in der Defensive bombenfest und machte den Dresdnern das Leben schwer. Wirklich erfolgreich waren die Gäste meist nur über die Außenpositionen. Leider ließ sich die Heim-Sieben im Angriff davon anstecken – allerdings im negativen Sinne. Immer wieder scheiterten die Niederauer am starken Dresdner Torhüter oder an sich selbst.
So kam es, wie es kommen musste: Statt die Führung auszubauen, fand man sich in der 23. Minute plötzlich mit 6:8 im Rückstand wieder. Vor allem die Chancenverwertung war – höflich formuliert – ausbaufähig. Oder weniger höflich: katastrophal. Immerhin fing sich Niederau rechtzeitig und konnte bis zur Pause noch auf 9:9 stellen. 
In der Kabine war die Marschroute klar: mehr Tempo im Angriff und weiterhin Beton anrühren in der Abwehr. Schließlich waren nur neun Gegentore in einer Halbzeit eine starke Leistung – nur der Ball wollte vorne einfach nicht oft genug ins Netz.
Und tatsächlich: Die Niederauer kamen deutlich wacher aus der Pause. Mit mehr Tempo und Entschlossenheit erspielte sich die Heimmannschaft nach und nach einen Vorsprung. In der 44. Minute stand ein komfortables 17:12 auf der Anzeigetafel. Die Abwehr arbeitete weiterhin hervorragend, Torhüter und Defensive ließen kaum etwas zu.
Bis zur 54. Minute hielt Niederau diese Fünf-Tore-Führung. Eigentlich eine sichere Sache – sollte man meinen. Doch die Dresdner stellten nun auf eine offensive Abwehr um, und plötzlich schien im Niederauer Angriff die kollektive Nervosität auszubrechen. Fehlpässe, überhastete Würfe und eine Portion Hektik sorgten dafür, dass der Vorsprung immer weiter zusammenschmolz.
Aus einem scheinbar ruhigen Abend wurde ein nervenaufreibender Krimi. Am Ende rettete sich Niederau mit einem 22:21-Sieg über die Ziellinie. 
Unterm Strich zeigte Niederau besonders in der zweiten Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung und viel Einsatz. Vor allem die Defensive samt Torhüter lieferte eine überragende Vorstellung – nur 15 Gegentore bis zur 50. Minute sprechen eine deutliche Sprache. Im Angriff dagegen bleibt weiterhin Luft nach oben, denn mit einer besseren Chancenverwertung hätte man sich den dramatischen Schluss ersparen können.
Trotzdem bleiben die zwei Punkte in Niederau, was fürs Punktekonto enorm wichtig ist – auch wenn der Sieg einen kleinen faden Beigeschmack hat.
Ein großes Dankeschön geht an die zahlreichen Fans in der Halle in Meißen, die das Team lautstark unterstützt haben. Ohne euch wäre das Zittern am Ende wahrscheinlich noch größer gewesen.
Schön war’s nicht – spannend dafür umso mehr. Und manchmal zählen im Handball eben nur zwei Dinge: Punkte und Nervenstärke.
Für Niederau: Kevin, Stapsi (beide Tor), Arni („The Wall“ von Game of Thornes kann sich hier was abschauen), Clemi & Henning (hatten ein internes Kreisläufer-Duell wer mehr verwirft), Pati (3 – hat sich von Marcel Hirsch abgeschaut, wie man als Linkshänder den Ball am Besten in die Sprossenwand wirft), Robin (3 – die drei Tore alle >130 km/h, da man frustriert über 50 min Manndeckung war), Justus (4 – musste draußen Zigaretten kehren…), Luci (5 – war der Drehheber drin oder übers Tor?), Flori (2 – wenigstens einer mit Tiefe), Maxi (3 – war bei 10m frei durch und wollte von dort mal werfen), Wussi (will endlich wieder angeln gehen), Niki (1 – trainiert auf Halb um dann Mitte oder Außen zu spielen), Hans (Spielzeit entsprach in groben Zügen auch der Gametime im Bett), Dustin (1 – hat die Woche wahrscheinlich wieder Spätschicht).