SV Niederau - Radeberger SV 27:25 (10:10)

Was für ein Handballabend in der Halle BSZ Meißen! Wer braucht schon ein volles Lazarett oder spielerische Perfektion, wenn man Willen, Leidenschaft und ein bisschen flüssigen Beton in den Armen hat? Trotz zahlreicher Ausfälle biss sich die Mannschaft des SV Niederau von der ersten Sekunde an in die Partie und belohnte sich vor 149 kochenden Zuschauern mit einem hochverdienten 27:25-Heimsieg.

Wo fangen wir eigentlich an? Am besten bei der Abwehr. Denn was Kevin Hein über volle 60 Minuten zwischen den Pfosten ablieferte, war schlichtweg überragend! Zusammen mit dem Tandem Henning Quade und Florian Wunder, die hinten den Feinsten „Wunder-Beton“ anrührten, hatte der Radeberger SV mächtig an der Niederauer Deckung zu knabbern.

Vorne allerdings war die erste Halbzeit eher ein zäher Krampf – und das auf beiden Seiten. Bälle flogen hin und her, Fangfehler wechselten sich mit Passungenauigkeiten ab, und die nötige Tiefe im Angriffsspiel ließ noch auf sich warten. Über ein 3:3 (10.) und 6:6 (21.) konnte sich kein Team wirklich absetzen. Folgerichtig ging es mit einem absolut leistungsgerechten 10:10-Unentschieden in die Kabine.

Den besseren Start in Durchgang zwei erwischten zunächst die Gäste aus Radeberg, die sich kurzzeitig auf 11:13 absetzen konnten (35.). Doch wer dachte, die Niederauer Wundertüte würde jetzt nachgeben, lag gewaltig falsch!  

Mit enormer Moral, purem Kampfgeist und immer besser herausgespielten Lücken im gegnerischen Deckungsverbund bissen wir uns zurück in die Partie. Allen voran Niklas „Niki“ Ilschner nahm das Spielgerät im Angriff in die Hand, führte die Mannschaft mit exzellenter Übersicht an und krönte seine Leistung mit fantastischen 8 Treffern als bester Werfer des Tages!  

Über ein 15:15 (40.) und einen Zwischenspurt auf 21:18 (47.) drehte Niederau die Partie vollends. Und auch wenn der Radeberger Tim Bellmann nach Kräften dagegenhielt (9 Tore), brannte in den Schlussminuten nichts mehr an: Florian Geisler behielt am 7-Meter-Punkt und aus dem Feld die Nerven (26:22, 58.), ehe Justus Emil Ilschner in der letzten Minute den Deckel zum 27:24 draufmachte (Endstand 27:25).

Das Schönste am Ende: Jeder Feldspieler trug sich in die Torschützenliste ein! Ein echter Teamsieg, bei dem sich jeder für den anderen zerrieben hat.  

Nichtsdestotrotz wollen wir ehrlich sein: Der Angriff verdient trotz der 27 Tore ein kleines Mängelheft. Die unnötigen Fang- und Passfehler sowie das fehlende Stoßen in die Tiefe sind Hausaufgaben, die wir dringend vor der anstehenden Aufgabe gegen Aue im Training aufarbeiten müssen!

Für Niederau: Kevin, Theo (beide Tor), Ilschner (4), Florian Geisler (3/1), Leon Jordan (3), Maximilian Gröger (3), Hans Gustav Schuster (2), Lucas Blanck (1), Florian Wunder (1), Max Wustlich (1), Henning Quade (MvP, 1)