TSV 1862 Radeburg – SV Niederau 23:38 (6:23)
Nach der denkbar knappen Niederlage mit nur einem Tor gegen den Tabellendritten aus Dresden in der Vorwoche war klar: Der SV Niederau hatte noch eine Rechnung offen – und die wurde am Samstagabend in Radeburg mit Zins und Zinseszins beglichen. Als Tabellenführer ging es zum Schlusslicht, doch wer dachte, hier würde irgendwer spazieren gehen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Niederau kam nicht zum Spaziergang – sondern mit dem Überfallkommando.
Schon in den ersten Minuten machten die Gäste klar, dass heute nur eine Mannschaft das Sagen haben würde. Schnelle Angriffe, eine bockstarke Abwehr und ein überragender Kevin Hein im Tor (der offenbar mit Kleber an den Händen gespielt hat) sorgten dafür, dass es nach 11 Minuten bereits 8:2 für den SVN stand – Auszeit Radeburg, kollektives Kopfschütteln inklusive.
Was dann folgte, war vermutlich eine der besten Halbzeiten der Saison – wenn nicht die beste. Die Abwehr der Hausherren wurde auf links gedreht, durch die Mitte geschoben oder vom Rückraum einfach überworfen. Egal ob Stoßen, Sperre, Anspiel an den Kreis oder Rückraumwumme – alles funktionierte. Besonders treffsicher: Justus Ilschner (10 Tore), Robert Ritter (9 Tore, davon 4/4 vom Punkt) und Lucas Blanck (6 Tore). Zur Pause leuchtete ein fast schon unanständiges 23:6 von der Anzeigetafel. Traumhalbzeit? Nein. Albtraum für Radeburg.
In Halbzeit zwei schaltete Niederau dann gefühlt in den zweiten oder dritten Gang – vermutlich, um Benzin zu sparen oder den Gegner nicht völlig zu traumatisieren. Die Abwehr stand nicht mehr ganz so kompakt, es wurde viel rotiert, und auch die Radeburger Torhüter fanden nun besser ins Spiel. Radeburg gewann tatsächlich die zweite Halbzeit – was man ihnen als moralischen Sieg durchaus gönnt.
Am Ende stand dennoch ein hochverdienter und deutlicher 38:23-Auswärtssieg für den SV Niederau auf der Anzeigetafel. Der erste Sieg im neuen Jahr – und was für einer! Genau die richtige Antwort nach der knappen Niederlage zuvor.
Nun richtet sich der Blick nach vorn: Am Wochenende wartet mit Rietschen das nächste Schwergewicht der Liga. Ziel: Tabellenplatz 1 verteidigen – am besten wieder mit so einer ersten Halbzeit.
Ein riesiges Dankeschön geht an die zahlreichen Niederauer Fans, die die Halle in Radeburg akustisch zur Heimhalle gemacht haben. Stimmung top, Unterstützung top – ihr wart der achte Feldspieler!
Für den SVN: Hein, Staps (beide Tor), Ilschners (14 Tore / 40 Nuggets mit Mayo + 2 MCGouda als Belohnung – wohlgemerkt je Ilschner), McFlori (1), Fetzers (2 – mehr Bier getrunken, als Tore geworfen), Arni + Luggi (6+2 – 2 Typen, 3x Eis…), SchustersJunge (3 – bim Billard hat er mehr eingelocht), Robert (9/4 – man könnte meinen, er wollte sein 10. Tor nicht werfen), Maxi (1 – Schlagwurf sitzt), Huhn, Michi
Bank: Monk, Lilli, One-Hand-Habi (sahen wahrscheinlich die schlechteste Erwärmung der Saison)